Willkommen bei der NABU Gruppe Hardheim


Bericht Jahreshauptversammlung

 

Text von Adrian Brosch, Fränkische Nachrichten

 

Einen Wechsel im Vorstand der Nabu-Gruppe Hardheim brachte die Jahreshauptversammlung am Donnerstag in der Pizzeria „Dolce Vita“ mit sich: Nach zusammen 65 Jahren „Führungserfahrung“ gaben Bernhard Heß und Jürgen Lesch sowie Wolf-Rüdiger Heß ihre Ämter in jüngere Hände. An ihre Stelle treten fortan Chris McCollough, Daniela Lindl-McCollough und Johannes Sitterberg.

 

Nach Begrüßung und Totengedenken durch Bernhard Heß erinnerte Jürgen Lesch an die wichtigsten Aktivitäten der Jahre 2020 und 2021. Dazu zählte er den Obstbaumschnitt, in dessen Zuge 356 Bäume jeweils zweimal in fünf Jahren geschnitten wurden, sowie die Kontrollarbeiten in der Breitenau und am Bücholdsee.

 

Nicht unerwähnt ließ er den Aufbau eines Schwalbenbaums im April 2020, die aus naturschutztechnischen Gründen anberaumte Begehung der Mountainbikestrecke unweit der Lindenmühle sowie das „Monitoring“: Hier wurden Hand in Hand mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Landschaftserhaltungsverband bisher 20 Nistkästen kontrolliert und sechs beschädigte Kästen durch Neue ersetzt. „Das Projekt ist auf die kommenden fünf Jahre angelegt“, betonte Lesch und erinnerte neben an die Vergabe von Plaketten für „schwalbenfreundliche Häuser“ sowie den an die Walldürner Pfadfinder und Christian Hammer verliehenen Umweltpreis ob der dortigen Amphibienbetreuung.

 

Ihr Engagement in Rippberg stellt die Nabu-Gruppe zurück: „Künftig werden die Maßnahmen dort in Eigenregie durchgeführt“, so Lesch. Ausführlich fiel der Kassenbericht von Wolf-Rüdiger Heß aus, dem Kassenprüfer Johannes Sitterberg auch im Auftrag des verhinderten Hermann Roßmann sowie Daniela Lindl-McCollough einwandfreie Buchführung attestierte.

 

Ehe die neue Satzung einstimmig beschlossen wurde, blickte der scheidende Vorstandssprecher Bernhard Heß in eigener Sache zurück. Er erinnerte an die Amphibienbetreuung in Hardheim und Rippberg und begründete erhöhte finanzielle Aufwendungen mit gründlichen Untersuchungen und Nacharbeiten.

 

Ferner hob er das Bestreben um Artenschutz hervor und mahnte an, dass frühere Vogelstimmenwanderung noch über 60 heimische Vogelarten offenbart hatten, nunmehr aber nur noch die Hälfte auszumachen sei. Auch um den Salamander müsse man sich allmählich Sorgen machen: „Der Weg in der Breitenau führt direkt durch das Salamandergebiet“, erklärte Heß und bezeichnete die Problematik als „tickende Zeitbombe“.

 

Sein abschließender Dank galt neben seinen Mitstreitern im Vorstand und hier an vorderster Front seinen „Männern für alles“ Jürgen Lesch und Wolf-Rüdiger Heß auch Webmaster Ralf Endele und der Gemeindeverwaltung.

 

Geehrt wurden schließlich Dietrich Fischer (31 Jahre), Wolf-Rüdiger Heß mit Familie, Werner Busch, Hermann und Edith Roßmann (jeweils 30 Jahre) sowie David Neubauer, Carolin Neuberger, Jutta Stöhr-Haas und Angelo Brückner (jeweils zehn Jahre).

 

Auf die Entlastung folgten die Neuwahlen des Vorstands. Dabei ergab sich die im Vorgriff angestrebte Teamlösung: Die Nabu-Gruppe wird nun von Chris McCollough, Daniela Lindl-McCollough und Johannes Sitterberg geleitet, die ihre einzelnen Aufgabenbereiche noch koordinieren werden. Als Beisitzer fungiert Rolf Hollerbach.

 

Zu Kassenprüfern wurden Günter Ullrich und Dieter Popp bestimmt.

Bernhard Heß, Jürgen Lesch und Wolf-Rüdiger Heß erhielten kleine Präsente in Anerkennung für ihre über Jahrzehnte hinweg auf vielerlei Ebenen von der Amphibienwanderung bis hin zur Repräsentanz der Nabu-Gruppe weit über das Erftal hinaus bekleideten Ehrenämter und wurden von Johannes Sitterberg als „vorbildliche Vorstandskräfte“ gelobt, die große Fußstapfen hinterlassen.

von links nach rechts: Jürgen Lesch, Chris McCollough, Daniela Lindl-McCollough, Johannes Sitterberg, Wolf-Rüdiger Heß, Dietrich Fischer und Bernhard Heß

Bild: Ralf Endele


Blühwiesen fördern Artenvielfalt

 

Wer in seinem Garten ein paar Quadratmeter Platz findet, um beispielsweise Rasen in eine Blühfläche umzuwandeln, die nicht gedüngt und möglichst wenig gemäht wird, hat einen ersten wichtigen Schritt getan, um  gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu fördern. Von Jahr zu Jahr siedeln sich immer mehr Pflanzenarten an, die im Jahresverlauf  nach und nach zur Blüte kommen und Insekten kontinuierlich Nahrung bieten. Zur Zeit blühen beispielsweise neben der Margarite Skabiose, Esparsette, Wiesensalbei und Klappertopf, während beispielsweise die Kronwicke und das Johanniskraut erst in einigen Wochen ihren Nektar anbieten. Im Hochsommer kommen Dost und  Wilde Möhre zur Blüte. Eine Vielfalt an Wildblumen kann nicht im ersten Jahr erwartet werden. Das Potential ist aber sehr groß ohne dass man dafür Samenmischungen kaufen müsste.

 

Auch Orchideen drängen immer mehr  in die Ortlage und siedeln sich an – wenn man sie denn lässt. Aktuell haben sich in Hardheim und Schweinberg bei mindestens sieben Familien Orchideen im  Hausgarten bzw. auf  der Wiese  angesiedelt. Diese Verbreitung wird seit über 15 Jahren beobachtet und hat in diesem Jahr drei neue Meldungen ergeben. Dabei handelt es sich um das Helmknabenkraut, das Weiße Waldvögelein,  Bienenragwurz, das Große Zweiblatt, die Waldhyazinthe und  die Bocksriemenzunge.  Letztere war vor 30 Jahren noch eine Rarität, die zuerst am Kaiserstuhl gefunden wurde. Fachleute aus der Region wie Herta und Willi Hollerbach sind weit gereist um diese Arten zu sehen, heute könnten sie sie im eigenen Garten anschauen. Auch an Straßenrändern wie am Ortseingang von Schweinberg  ist die Bocksriemenzunge angekommen. Ähnliche Beobachtungen gibt es auch in Königheim und Tauberbischofsheim.

 

Nur über ein größeres Angebot an Blühflächen kann den Insekten geholfen werden. Insektenhotels alleine reichen nicht, sind aber eine wichtige Unterstützung. Von einem hoffentlich wieder  steigenden Insektenvorkommen profitieren auch viele Vogelarten.

 

Es ist kein Zufall, dass der Distelfink (oder Stiglitz) zu den Gewinnern bei der Gartenvogelzählung gehört, weil er sogar seine Jungen mit Sämereien aufzieht. Arten, die auf Insekten angewiesen sind, haben es sehr schwer, vor allem wenn beim Auftreten von Schädlingen wie Blattläusen gleich zur chemischen Keule gegriffen wird. Dabei sind Blattläuse nicht nur für Marienkäfer und Florfliege Lebensgrundlage. Auch Singvögel sammeln und verfüttern sie bei der Aufzucht ihrer Jungen in der Anfangsphase.

 

 

Bernhard Heß

 


Umweltpreis 2020

Engagement zur Rettung von Amphibien in Rippberg

Pfadfinderstamm Wildenberg-Süd und Christian Hammer geehrt

 

Text und Bild von FN-Mitarbeiter Adrian Brosch.

 

Seit 1994 betreute die 2017 verstorbene Edda Hennig als Mitglied der NABU-Gruppe Hardheim die Amphibienpopulation an der B47 in Rippberg. „Diese Aufgaben möchte die Gruppe im Rahmen ihrer geplanten Umstrukturierung abgeben, da man keine Mitglieder mehr in Rippberg hat und die neu zu wählende Vorstandschaft ihr Betätigungsfeld auf Hardheim und die Ortsteile reduzieren möchte“, erklärte Vorstandssprecher Bernhard Heß bei der Übergabe der Umweltpreise am Donnerstag.

 

Einleitend wartete er mit einem kompakten Rückblick auf:

 

Nachdem die Hardheimer NABU-Gruppe 1988 gegründet wurde, übernahm sie alsbald die Amphibienbetreuung in der Breitenau zwischen Hardheim und Riedern. 1994 kam durch Hinweise Edda Hennigs Rippberg dazu; zunächst übernahm man den Aufbau an der B47 und am Sommerberg. An den Straßen führt seit 1996 die Straßenmeisterei den Auf- und Abbau der Zäune durch; Ehrenamtliche bauen bis heute am Sommerberg die Zäune auf und ab und dichten sie auch an der B47 ab. „Der NABU Hardheim übernahm die Koordination mit dem Straßenbauamt und der Unteren Naturschutzbehörde und unterstützte die Helfersuche“, betonte Heß und sprach von insgesamt rund 95.000 auf Hin- und Rückwanderung zum Hammersee geretteten Amphibien in all den Jahren.

 

Eine ansehnliche Bilanz, zu der auch die beiden Preisträger ihre Beiträge geleistet hatten: Den Umweltpreis 2020 geht an sich der Pfadfinderstamm Wildenburg-Süd unter Leitung von Stefan Gramlich sowie stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer an Christian Hammer. Letzterer, dem die Koordination der Ehrenamtlichen und das Auswerten der Zahlen obliegen, übernahm die Betreuung der Amphibienpopulation am Hammersee und den Zaunaufbau am Sommerberg 2007 – ursprünglich zusammen mit Edda Hennig, die krankheitsbedingt fünf Jahre später ausgeschieden war. „In den 13 Jahren wurden bei der Hinwanderung 27.758 Tiere und auf dem Rückweg vom Hammersee an der B47 12.928 Tiere gerettet, in Summe 40.626 Tiere“, listete Bernhard Heß auf und dankte für die geleistete Arbeit. „Da hattet ihr richtig viel zu tun“, lobte er. Gleiches gilt für die von Stefan Gramlich repräsentierte Pfadfindergruppe aus Walldürn, welche die Betreuung der Amphibienpopulation am Hammerseeseit 2011 unterstützt. „Damit wird Kindern und Jugendlichen in besonderer Weise und zu ungewöhnlichen Zeiten und oft bei Regen ermöglicht, Zugang und Empathie für das Leben und die Lebensweise der Amphibien zu finden“, betonte Bernhard Heß. Für die Eltern sei die Gewissheit beruhigend, dass die Kinder nicht an die gefährliche B47 gehen, sondern bei vorgegebenem Tempo 30 am Sommerberg „Natur pur“ erleben können. Auf diese Weise wurden in den vergangenen zehn Jahren über 8.000 Tiere vor dem Verkehrstod gerettet. Weiterhin bauten die Pfadfinder seit 2011 die Zäune vor Beginn der Frühjahrswanderungen auf und nach Abschluss der Wanderungen wieder ab. „Das alles trägt dazu bei, dass die Population am Hammersee noch nicht erloschen ist, zumal es kein leichtes Unterfangen ist und die Amphibienwanderung teilweise von Februar bis Mai andauert“, so der Vorstandssprecher. Erschwerend hinzu käme speziell in Rippberg, dass die am Sommerberg gesammelten Amphibien noch zum Hammersee gebracht werden müssen: „Sonst müssten sie ja erneut die B47 überqueren“, begründete Bernhard Heß und überreichte gemeinsam mit Jürgen Lesch die mit 100 und 200 Euro dotierten Preise.

 

 Ortsvorsteher Wolfgang Stich gratulierte zum verdienten Umweltpreis und sicherte weitere Unterstützung des „bemerkenswerten Vorhabens“ zu. Wenngleich die Hardheimer NABU-Gruppe sich aus Rippberg zurückziehe, könne man optimistisch in die Zukunft blicken und werde sicher Helfer finden. Das war auch der Tenor Engelbert Kötters: „Sobald die Corona-Pandemie die Wiederaufnahme größerer privater Zusammenkünfte gestattet, werden wir Leute zur Mithilfe animieren“, hielt er fest und schilderte in einem kurzen Ausriss noch das durch einen Biodiversitätsplaner wissenschaftlich begleitete Projekt „Schmetterlingsdorf Rippberg“, dessen Ziel die langfristige Sicherung der Artenvielfalt in heimischen Gefilden sei. „Möglicherweise könnte man das eine mit dem anderen verbinden“, schlug Kötter vor. Für eine weitere Überraschung sorgte schließlich Wolfgang Stich, in dem er beiden Preisträgern noch eine finanzielle Zuwendung der Ortschaftsverwaltung überreichte.

 


Neue Termine -> Termine Gruppe Hardheim !!!

 

Leider bestimmen die Corona-Beschränkungen weiterhin unser Vereinsleben und so müssen wir schweren Herzens die für Anfang Mai geplante Jahreshauptversammlung auf unbestimmte Zeit verschieben.


Petition zur Wiederherstellung der Natur

Die Europäische Kommission will ein neues Gesetz erarbeiten und zur Abstimmung bringen, um die Wiederherstellung der Natur rechtsverbindlich für die EU-Mitgliedsstaaten zu machen. Bis zum 05. April 2021 befragt die Kommission die Öffentlichkeit, wie dies konkret aussehen soll.

Auf der Internetseite https://restorenature.eu/de wird dies genauer erklärt und man kann sich online in die Petitionsliste eintragen.

 

Je mehr Menschen sich beteiligen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir ein Gesetz bekommen, das hilft die Sünden wider die Natur wieder zu heilen.


Helferinnen und Helfer für Amphibienbetreuung gesucht !

 

Die Naturschutzbund-Gruppe Hardheim sucht zur Betreuung der Amphibienwanderung im Bereich Hardheim und Walldürn/Rippberg dringend ehrenamtliche Helfer.

 

Die Amphibienwanderung beginnt etwa Ende Februar/Anfang März und kann bis in den Mai hinein dauern. Während des Zeitraums müssen die Amphibien an den Zäunen entlang der Straße eingesammelt und zum Laichgewässer über die Straße verbracht werden bzw. nach dem Ablaichen wieder zurück. Das Einsammeln der Tiere beginnt mit Einbruch der Dunkelheit und dauert ca. 1 bis 3 Std. Die Einsatztage können nach Absprache flexibel gewählt werden. Für die Ehrenamtliche Helfertätigkeit gibt es eine angemessene Vergütung.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei:    Jürgen Lesch, Tel.-Nr. 06283/8018.

 

Laut Auskunft durch das Baden-Württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gelten die Ausgangsbeschränkungen bei Tag und bei Nacht nicht für die Durchführung von Maß-nahmen zum Amphibienschutz. Es gelten Hygieneschutzmaßnahmen, die der Verantwortliche/Organisator der Maßnahme entsprechend koordinieren wird.

 


Frühjahrswanderung der Amphibien abgeschlossen

Der lange erhoffte Regen brachte endlich den Abschluss der Frühjahrswanderung der Amphibien. Längst waren die Kaulquappen nach dem Ablaichen geschlüpft, aber es hatten sich wegen der Trockenheit und der kühlen Nächte noch zu wenige Alttiere zur Rückwanderung in ihren Sommerlebensraum entschieden. So waren am Bücholdsee vom 28.3. bis zum 25.4. an 22 Abenden gerade mal 89 Tiere vom Laichgewässer zurückgewandert.

 

Aus der Erfahrung von 32 Jahren Amphibienbetreuung war den Verantwortlichen des NABU Hardheim klar, dass bei über 1.800 Hinwanderern zum Laichgewässer mindestens 800 zurückgewandert sein sollten, bevor man die Zäune abbauen lassen konnte. Sehr oft in der Vergangenheit kam der erlösende Regen erst Anfang Mai. Die allabendlich notwendigen Kontrollen waren bei immer höherer Vegetation sehr frustrierend. Der wenige Niederschlag am 28. und 30.4. reichte schon aus, um endlich hunderte Tiere zur Rückwanderung zu veranlassen. In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai wurden am Bücholdsee zwischen 21.30 Uhr und 23.30 Uhr und 4.30 Uhr bis 5.00 Uhr 428 Tiere am Rückwanderzaun eingesammelt. Bis zum 4.5. waren dann 877 Amphibien zurückgewandert und der Zaun konnte abgebaut werden.

 

In der Breitenau ist dank der Amphibienschutzanlagen und etwa 1000 Meter vom NABU aufgestellter und regelmäßig kontrollierter Bleche keine Betreuung der Rückwanderer nötig. Bei Stichproben wurden an diesen Blechen an nur fünf Abenden etwa 1000 Tiere festgestellt, darunter 35 Feuersalamander. Viele Tausende Tiere an den Schutzanlagen selbst wurden nicht gezählt.

 

Beim nächsten Regen werden sich eventuell weitere Tiere auf den Weg in ihren Sommerlebensraum machen. Deshalb bleibt die Beschilderung am Bücholdsee bis dahin stehen, um bei Bedarf die Geschwindigkeit vorübergehend auf Tempo 40 reduzieren zu können.

 

Die Entwicklung der von Algen lebenden Kaulquappen wird bis in den Juni dauern. Bis dahin sorgen Kaulquappen oft für klare Gewässer und dienen beispielsweise Libellen- und Gelbrandkäferlarven als Nahrung. Auch räuberische Fische wie Forellen, Zander oder (illegal ins Gewässer eingebrachte) Goldfische dezimieren die Bestände. Karpfen verschmähen die Kaulquappen, solange sie über Kiemen atmen. Sobald Kaulquappen auf Lungenatmung um-stellen und Beinchen haben, schmecken sie auch den Karpfen.

 

Das massenhafte Abwandern der Jungamphibien („Froschregen“) vollzieht sich in der Zeit zwischen Mitte Juni bis in den September und kann bei einsetzendem Regen nach längerer Trockenheit spektakulär sein.


Bilanzen über gerettete Amphibien

Aktuelle Statistiken über gerettete Amphibien in der Breitenau und am Bücholdsee mit Überblick über die Zeit von 1989 bzw. 2009 bis jetzt, können Sie unter dem Punkt

Projekte  ->  Artenschutz  ->  Amphibien Breitenau bzw. 

Projekte ->  Artenschutz  -> Amphibien Bücholdsee nachlesen. 


Neuer Schwalbenbaum in Hardheim

 

Er hat es wieder getan!

Karl Schneeweis aus Höpfingen hat seinen zweiten Schwalbenbaum gebaut. Nachdem er 2018 auf seinem Anwesen einen Schwalbenbaum mit 24 Nestern aufgestellt hat, die inzwischen alle belegt sind, hat er im Herbst 2019 die NABU-Gruppe Hardheim mit der Ankündigung überrascht, für sie über Winter einen weiteren Schwalbenbaum zu bauen.

 

So blieb genügend Zeit in enger Absprache mit der Gemeinde Hardheim möglichst im Ortsbereich einen geeigneten Platz zu suchen. Oliver Wegener und Dr. Achim Zedler  haben im aktuellen Aprilheft  “Der Falke – Journal für Vogelbeobachter“ in ihrem sechsseitigen Fachbeitrag zur Standortauswahl S. 20 u.a. geschrieben: „Gebäude sind für Mehlschwalben Ersatz-Felslandschaften (natürliche Niststandorte sind u.a. die Kreidefelsen auf Rügen sowie Felsen in den Gebirgen). Deshalb sollten die Schwalbenhäuser möglichst in Ortslage oder Ortsrandlage stehen, nicht außerhalb“.

 

Von 15 in Erwägung gezogen möglichen Standorten wurde in Hardheim letztlich von Karl Schneeweis die Wiese des NABU-Vorsitzenden als am geeignetsten angesehen. Die Gemeinde Hardheim unterstützte nicht nur die Planung des Standorts, sondern sagte auch sofort zu, den Aushub der Fundamente auf evtl. felsigem Terrain durch den Bauhof zu übernehmen. Am 3.4. konnte die tragende Konstruktion einbetoniert werden und am Mittwoch, 8.April wurde der Turm mit 16 Nestern aufgesetzt. Er kann per Seilwinde heruntergefahren werden, wenn die Nester im Herbst gereinigt und über Winter abgebaut werden, um Belegung durch Sperlinge zu verhindern.

 

„Selbstverständlich ist eine Duldung von Nestern an Wohnhäusern immer zu bevorzugen“ heißt es in dem o.g. Artikel weiter. Das erste Schwalbenhaus seiner Bauart wurde nach dieser Quelle 1991 in Krofdorf-Gleiberg, Gemeinde Wettenberg in Hessen aufgestellt. Anlass war die Renovierung des örtlichen Feuerwehrgerätehauses, an dessen Süd- und Nordseite sich insgesamt 20 Natur- und Kunstnester befanden. Heute sind dort jedes Jahr etwa 75 Nester (56 Kunstnester und ca. 19 Naturnester) besetzt. Mit 250 Brutpaaren ist der Ort bei 5.500 Einwohnern sozusagen Hessens Schwalbenhauptstadt.

 

 

Die Firma von Co-Autor Oliver Wegener hat von 2002 bis Ende 2019 rund 450 Häuser europaweit ausgeliefert und hat entsprechend viele Daten gesammelt. Von 204 Schwalbenbäumen in den Niederlanden waren beispielsweise bis 2018 lediglich 36 (17,4 %) nicht besetzt. Die Untersuchungen über die unterschiedliche Akzeptanz lassen sich so zusammenfassen: Die Form ist nicht maßgebend, das Dach darf nicht zu steil sein und der

 

Überstand sollte möglichst die doppelte Nesttiefe betragen. Die ideale Höhe beginnt bei mindestens 4 bis 4,5 m. Der Hintergrund sollte möglichst hell sein. Der Standortfaktor Wasser spielt keine große Rolle, da Mehlschwalben ihre Nahrung meist in höheren Luftschichten erbeuten. Lediglich kleine, flache Pfützen werden für den Nestbau benötigt und sind in der Nähe günstig. Höhere Bäume in der Nachbarschaft (Ansitz von natürlichen Feinden) scheinen von Nachteil, ebenso, wenn das Haus von Bäumen und/oder Gebäuden eingekesselt ist.  „Im Einzelfall bedarf es auch der ausreichenden Geduld. Manche Schwalbenhäuser wurden erst zehn bis zwölf Jahre nach Aufstellung belegt. Es darf grundsätzlich nicht darum gehen, Gebäudebrüter durch Türme weg von Gebäuden zu bekommen“.

 

Insofern ist der neue Schwalbenbaum in Hardheim ein Zusatzangebot für Brutpaare, die einen Platz suchen. Leider werden Mehlschwalben immer wieder beim Nestbau gestört oder

 

Kotbretter werden ungünstig (meist zu hoch) angebracht und der Anflug dadurch behindert.

 

Dass Bedarf in Hardheim besteht, zeigt sich in der Tatsache, dass auch im Neubaugebiet oberhalb der Querspange immer wieder Brutversuche unternommen werden.

 

Karl Schneeweis hat für den neuen Schwalbenbaum wieder über 200 Stunden kostenlose hochqualifizierte Ehrenamtsarbeit investiert und durch nachhaltigen Einsatz von Materialien (ausgediente Satellitenschüssel und Druckausgleichsgefäß als Dach und Kuppel) gerade mal etwas mehr als 400,00 € Kosten notiert. Dazu kommt dann noch der Kauf der Nisthilfen.

 

Damit kommt die NABU-Gruppe Hardheim dem Wunsch etwas näher, dass in jedem Ort der ein oder andere Hotspot für Schwalben vorhanden sein sollte, an dem dann die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ angebracht werden kann. Das Ehrenzeichen wurde von der NABU-Gruppe schon zwölf Mal von Schweinberg bis Altheim vergeben, beispielsweise an Frau Fleischer im Doggenbrunnen (8 Nester) oder an Familie Reinhold Weimer in Dornberg für eine Mehlschwalbenkolonie mit über 50 Nestern.

 

Die beiden Bilder stammen von FN-Mitarbeiter Adrian Brosch.

 


Amphibienwanderung 2020

 

Amphibienwanderung 2020  im Raum Hardheim und Baumschneideprogramm                                            

 

Bedingt durch den milden Winter war zu befürchten, dass die Amphibienwanderung in diesem Jahr sehr früh beginnen würde. Und so kam es dann auch.  Bereits am 2. und 3. Februar  wanderten  die ersten Amphibien auf der L 521. Während in der Rheinebene die Wanderungen intensiv  starteten,  kamen die Tiere bei uns noch nicht so richtig in die Gänge – zum Glück für die Betreuer!

Erst am 23.2. waren wieder einzelne Tiere zusehen und man entschloss sich für den Aufbau der Zäune am 27.2.  Doch genau da gab der Winter ein kurzes Gastspiel mit Schnee, Glätte und niedergedrückten Zäunen, die erst wieder gerichtet werden mussten.

 

Ab 29. Februar begannen dann auch um Hardheim die Wanderungen und dauerten ziemlich genau 4 Wochen. Dass es zwischenzeitlich immer trockener wurde, störte die Tiere nicht.

 

Der Höhepunkt der Wanderung war - wie meistens - in der 2. Märzhälfte mit Wanderabenden bis zu 985 Tieren.

An insgesamt 20 Abenden sammelten die 5 Helferinnen und Helfer bis zum 27.3. am Bücholdsee 1.839 Tiere ein, in der Breitenau 2.703 Tiere.

Die Ergebnisse sind deutlich besser als im Vorjahr. Inzwischen hat die Rückwanderung begonnen. Sie kommt aber wegen der Trockenheit und der kalten Nächte nur schleppend voran und wird sich möglicherweise wieder bis in den Mai hinziehen. Beim nächsten warmen Regen werden sich  dann tausende Rückwanderer auf den Rückweg machen.

 

Auch das Baumschneideprogramm konnte bis Mitte März abgeschlossen werden.

Die NABU-Gruppe(Bernhard Hess und Jürgen Lesch) hat über den Winter die letzten  140 Obstbäume  zum zweiten Mal geschnitten. Mit dem Reisig wurden an zwei Grundstücken acht große Reisighaufen aufgeschichtet, die beispielsweise von Rotkehlchen und Zaunkönig gerne angenommen werden.

 


Jahreshauptversammlung wird verschoben!

Die für den Freitag, 27.03.2020, 18:30 Uhr geplante Jahreshauptversammlung muss verschoben werden. 

Zum einen sorgt die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg dafür, dass Gaststätten schon ab 18:00 Uhr schließen müssen und zum anderen erreichte uns die dringende Aufforderung des NABU-BW, keine Veranstaltungen mehr durchzuführen. 

 

Liebe Mitglieder und Interessenten, wir werden Sie rechtzeitig informieren, wenn ein neuer Termin möglich erscheint.

 

Achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund.

Ihre NABU-Gruppe Hardheim


Naturkundliche Wanderung entfällt!

Mittlerweile wird von Monaten  und nicht mehr von Wochen der Beeinträchtigung des täglichen Lebens durch das Corona-Virus gesprochen. 

Aus diesem Grund hat sich die Gruppe Hardheim schweren Herzens entschlossen, auch die für den 26.04.2020 geplante Naturkundliche Wanderung abzusagen. 

Ob es einen Nachholtermin geben wird, ist momentan schwer abzuschätzen.

Wir werden es rechtzeitig bekannt geben.


Neue Satzung für die Gruppe Hardheim

Eigentlich hätte die neue Satzung in der Jahreshauptversammlung beschlossen werden sollen, nun ist die Versammlung auf unbestimmte Zeit verschoben. 

Sie können sich dennoch hier über die neue Satzung informieren:

In der rechten Spalte >Wir über uns< drücken und dann auf >Satzung Gruppe Hardheim<


Von der Schwierigkeit Gutes zu tun

 

Ein Tierfreund findet beim Gassigehen einen Kernbeißer, dem ein Flügel fehlt und dessen Schnabel verkratzt ist. Er scheint ansonsten munter zu sein und frisst auch – lässt sich aber auch problemlos fangen.

 

Nun beginnt das Dilemma: Nachdem mit Pflege-/Aufzuchtstationen für Vögel Kontakt aufgenommen wurde, stellt sich heraus, dass diese sich nur um Greifvögel und nicht um Singvögel kümmern. Es wurde empfohlen, das

Tier einzuschläfern.

 

Die Idee, den Vogel selbst zu behalten und zu pflegen, war jedoch ebenso zum scheitern verurteilt:

für Kernbeißer gilt gemäß §44 Absatz 2 BNatSchG ein Besitzverbot. Es müsste nachgewiesen werden, dass das Tier nicht mehr auswilderungsfähig ist, um eine Ausnahme zu erwirken.

 

Ansonsten wurde von der Verwaltungsseite noch auf eine Präparation zu Zwecken der Forschung verwiesen. Das Naturkundemuseum verfüge über eine allgemeine Ausnahmegenehmigung, um derartiges durchzuführen.

 

Der Tierfreund machte sich Gedanken und kam dann zu folgendem Schluss:

 

„Da der Kernbeißer ja doch recht munter wirkte, die Verletzung nicht frisch war und das Tier ausgewachsen ist, kamen wir zu dem Punkt dass er wahrscheinlich schon eine ganze Weile mit dem fehlenden Flügel gelebt hat und deshalb auch unter Umständen an seinem Fundort - einer Holzaufschichtung am Waldrand - einen Unterschlupf gefunden hat, an dem er Überlebenschancen zu scheinen hat. Wir kamen zu dem Entschluss, ihn noch die Nacht über zur Beobachtung da zu behalten und falls sein Zustand sich nicht verschlechtert, wieder dort frei zu lassen, da ein Leben in freier Natur, egal wie kurz, für das Tier lebenswerter sei, als in einem Käfig eingesperrt zu sein ist.

 

Wir ließen ihn gestern Mittag frei. Als wir den Käfig im Wald abstellten, wirkte er aufgeregt und aufgeweckt und schien dankbar, wieder in der Natur zu sein."

 


Vogelstimmenwanderung am 14. April 2019

Trotz 0 °-Celsius und Nebelschwaden fanden sich um 06 Uhr früh immerhin 20 Interessierte zur Wanderung ein. Vom Schlossplatz aus ging es über den Mühlweg und den Uhrmacherweg, hoch zum Steinbruch. 

 

Immer wieder wurde der Spaziergang durch die morgendlichen Gesänge unterbrochen und Bernhard Heß erklärte die unterschiedlichen Vogelarten. 

 

Da die meisten Teilnehmer mit Ferngläsern ausgerüstet waren, begann dann sofort das Suchspiel nach den Sängern.

 

 

 

Auch botanisch hatte die Wanderroute einiges zu bieten. 

Hier zum Beispiel die Wildtulpe, die in ihrem Bestand als stark gefährdet gilt und deshalb auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzen steht.

Einen tollen Blick auf das teilweise noch vom Nebel verhangene Hardheim hatte man an der Gedenkstätte auf dem Wurmberg

Auch wenn er musikalisch nicht so viel Talent hat, war der Biberbau am Riedbach einen Abstecher wert.

Nach 3 Stunden Wanderung hatten wir uns das Frühstücks-buffet im Gasthaus "Zum Ochsen" redlich verdient.

Ein schöner Ausklang mit vielen - noch aktuellen - Nach-betrachtungen.


Kleiner Einblick in unser Betätigungsfeld

Nach dem Baumschnitt werden die Äste aufgelesen und sorgfältig auf dem Anhänger verstaut.

 

Weit über 100 Obstbäume werden so von Bernhard Heß, Jürgen Lesch und - hier im Bild - Marko Kilian gepflegt. 

Marko Kilian bei der Nistkastenpflege.

 

Jährlich werden die von uns betreuten Nistkästen gereinigt und dabei defekte Kästen repariert oder ausgetauscht.

 

Oftmals hängen die Bruthilfen so hoch, dass man auch in unwegsames Gelände eine Leiter mitnehmen muss.

Ein riesengroßes und zeitintensives Betätigungsfeld ist die jährliche Amphibienwanderung.

Unsere NABU-Gruppe betreut die Amphibienwanderstrecken in Rippberg (B47 und Sommerberg) und Hardheim (Bücholdsee und Breitenau). In Rippberg betreuen dankenswerterweise die Pfadfinder Walldürn unter Koordination von Jürgen Lesch den Bereich am Sommerberg.

Auf dem Video sieht man wie die Jungtiere vom Gewässer weg in den Wald wandern. Die Wanderung geht so lange, bis sie keine Konkurrenz mehr feststellen und ein eigenes Revier besetzen können. Das können bis zu 2 km Weg sein. Nach 3 Jahren kommen die ersten von ihnen wieder an das Laichgewässer zurück.

Das Video kann - über die Schaltfläche im Video rechts außen - auch formatfüllend betrachtet werden.

 

Außer Fröschen und Kröten findet sich an den Schutzzäunen mittlerweile auch eine beachtliche Anzahl von Feuersalamandern (siehe unteres Bild).


Jahreshauptversammlung der NABU-Ortsgruppe

NABU-Ortsgruppe zog Bilanz - Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Jahres                                                                                                   Umweltpreis für Karl Schneeweis

Artikel in den "Fränkischen Nachrichten" vom 25.03.2019

Text und Bild Elmar Zegewitz

 

Karl Schneeweis (Mitte) bekam den Umweltpreis 2018 für seinen Schwalbenbaum verliehen. Das Bild zeigt ihn mit Bernhard Heß und Simone Richter.

© Elmar Zegewitz

 

Hardheim.Die Nabu-Ortsgruppe Hardheim benötigt im Bemühen um die Beibehaltung und die Möglichkeit der Fortsetzung ihrer vielfältigen Tätigkeit unbedingt die Unterstützung und den aktiven Einsatz hilfswilliger Mitglieder und weiterer Aktiver. Dies wurde am Freitag im Gasthaus „Badischer Hof“ bei der Jahreshauptversammlung deutlich gemacht, will man die bisherigen Leistungen auch künftig garantieren.

 

Daher erhoffe sich der Vorstand mit Bernhard Heß als Vorsitzendem, mit Jürgen Lesch und Wolf-Rüdiger Heß aktive Unterstützung aus den Reihen der Mitglieder.

 

 Jürgen Lesch ließ nach dem Hinweis auf die Zahl von 163 Mitgliedern die Ereignisse des abgelaufenen Vereinsjahres Revue passieren. Dabei machte er die Hauptbeteiligungsfelder der Mitglieder aus Hardheim, Walldürn und Buchen ersichtlich und erwähnte die Amphibienbetreuung und die Tätigkeit beim alljährlichen Obstbaumschnitt in Hardheim und in den Ortsteilen. Dabei wurden bis zu 150 Bäume bearbeitet.

 

Dem Hinweis Leschs auf die Einsammlung von vielen Feuersalamandern ließ Bernhard Heß detaillierte Erläuterungen folgen. Er lobte Arnold Knörzer für die von diesem übernommene Biotoppflege. Er ließ zudem den Hinweis folgen, dass die Betreuung in der Breitenau in den nächsten Jahren altersbedingt und mangels Nachfolgern aufgegeben werden muss. Dies wurde den zuständigen Behörden mitgeteilt. Heß erhofft sich, dass bis dahin eine Nachrüstung der Schutzanlage erfolgen kann.

 

Heß gab zudem den Hinweis auf die Zahlen der dann jährlich die Straße überquerenden Tiere auf dem Weg zu den Laichgewässern mit 100 000 Jungamphibien und bis zu 5000 rückwandernden Alttieren.

 

Erfreut war er, dass in der vor vielen Jahren gepflanzten Hecke von Karl Schäffer nach Einführung einer neuen Pflegepraxis bereits zwei Jahre hintereinander über 30 Vogelnester gefunden wurden.

 

Nach dem Kassenbericht von Wolf-Rüdiger Heß verlas Marco Killian den von den Kassenprüfern Johannes Sitterberg und Hermann Rossmann erstellten Prüfbericht mit Bestätigung der einwandfrei geführten Kassengeschäfte. Simone Richter als Stellvertreterin des Bürgermeisters dankte für das Engagement um den Erhalt der Umwelt und Natur und den Fortbestand der Tiere. Ihrem Antrag auf Entlastung folgten die Mitglieder ohne Widerspruch.

 

Lobenswerte Initiative

 

Als besonders erfreulich beschrieben wurde vom Ortsverein das Bemühen von Mitglied Karl Schneeweis (Höpfingen) mit seinem erfolgreichen Vorhaben um die Vermeidung der weiteren Reduzierung der Mehlschwalben. Mit seiner Initiative in Form eines von ihm erstellten so genannten Schwalbenbaums unter Einsatz von viel Zeit und Geld eröffnete er etwa 14 Mehlschwalbenpaaren Brutmöglichkeiten. Dies wurde als besonders anerkennenswert bezeichnet, weil viele Brutplätze aus verschiedensten Gründen heraus verschwunden sind.

 

Heß sagte, dass selbst der Bundesverband des Nabu das Projekt als attraktiv einstufte und an den Plänen Interesse bekundete. Heß wünschte sich in jeder Ortschaft wie Höpfingen einen Schwalbenbaum und ebenso die Karl Schneeweis bereits überreichte Hinweistafel „Schwalbenfreundliches Haus“. In Anerkennung solch vorbildlichen Wirkens und in Anbetracht seiner übernommenen Partnerschaft für viele Tiere sprach der Vorstand Karl Schneeweis den zum 19. Mal vergebenen Umweltpreis für 2018 und einen symbolischen Geldpreis zu. Den überreichte Bernhard Heß zusammen mit Simone Richter, doch ließ es sich der Geehrte nicht nehmen, den Geldpreis dem örtlichen Nabu als Spende wieder zugutekommen zu lassen.

 


Froschregen in der Breitenau

Artikel in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 18.06.2018

Text und Bilder: Andreas Hanel

 

Hardheim. (ahn) Nicht nur Katzen und Hunde, sondern auch Frösche regnete es sprichwörtlich in der vergangenen Woche in Hardheim. In der Breitenau begaben sich die erst etwa zwei Zentimeter kleinen Exemplare wieder einmal zu Tausenden auf Wanderschaft. Ihr Problem dabei: Sie müssen die L521 überqueren - ein meist tödliches Unterfangen. Doch zum Glück gibt es Menschen, die den kleinen Tierchen helfen. Einer davon ist Bernhard Heß vom örtlichen Nabu. Wir haben ihn bei der Inspektion des "Froschregens" begleitet.

 

"Eigentlich ist der Begriff ,Froschregen‘ falsch", klärt Bernhard Heß gleich zu Beginn auf. "Erstens handelt es sich hier um Erdkröten, zweitens regnen sie natürlich nicht wie Tropfen vom Himmel." Mit dem Phänomen des "Froschregens" wird die Wanderschaft von jungen Fröschen bzw. Kröten bezeichnet, die vorher die Metamorphose vom Laich über die Kaulquappe zum vierbeinigen Landtier durchlaufen haben. Nun strömen sie zu Tausenden aus den Gewässern und suchen sich neuen Lebensraum.

 

 

Auf ihrer Wanderschaft stoßen sie oft auf ein von Menschenhand erschaffenes Problem: Sie müssen nämlich Straßen überqueren - so auch in der Breitenau, durch die die relativ stark frequentierte L521 verläuft. Doch neben den Kraftfahrzeugen lauert noch eine andere tödliche Gefahr. "Manche Kröten versuchen, über die Straße zu kommen. Doch gerade wenn es trocken und heiß ist, bleiben sie schon nach einem Meter auf dem Straßenbelag kleben. Die Feuchtigkeit ist dann ganz schnell weg", erklärt Bernhard Heß, während wir zu einer Stelle gehen, die den Kröten einen Durchgang unter der Straße ermöglicht.

 

 

13 solcher Durchlässe gibt es insgesamt auf den 1,8 Kilometern entlang der L521, an denen Schutzvorrichtungen für Frösche und Kröten angebracht sind. Seit dem Jahr 2000 gibt es diesen Schutz, der die Tiere von der Straße abhalten soll. Er besteht zum Teil aus Vorrichtungen, die aus Beton gefertigt sind und die sich über drei Abschnitte mit einer Gesamtlänge von 600 Metern erstrecken. Auf den restlichen 1200 Metern haben Bernhard Heß und seine Helfer Bleche angebracht, die die Amphibien zu den Durchlässen leiten.

 

 

Doch nicht nur die Installation der Bleche, sondern auch deren Instandhaltung und Pflege bedarf einiges an Arbeit, wie Bernhard Heß berichtet: "Die Bleche sind schon pflegeanfällig. Außerdem müssen sie jedes Jahr aufs Neue freigemäht werden." Darum kümmern sich Bernhard Hess und seine Helfer vom Nabu Hardheim. Diesen hat der Hardheimer vor 30 Jahren gegründet, 26 Jahre lang war er dessen Vorsitzender. Seit neuestem bekleidet er wieder dieses Amt.

 

 

Inzwischen sind wir am Durchlass angelangt. Der Türschützer hat vorsorglich eine orangefarbene Warnweste mitgenommen, mittels der er die kleinen Kröten an den Blechen entlang zu dem Durchlass treibt. Dieser besteht aus einem Bachbett, das an den Rändern mit Beton befestigt wurde. Darauf können die Amphibien trockenen Fußes unter der Straße hindurchkriechen. "Schwimmen mögen die Tierchen nämlich nicht. Das kostet zu viel Energie. Sie sind lieber an Land", sagt Bernhard Heß.

 

 

Er kann sich noch an die Zeiten erinnern, als die Schutzvorrichtungen noch nicht angebracht waren. "Früher waren wir in Spitzenzeiten über 120 Leute. Manchmal waren sogar auch ganze Schulklassen dabei. Da mussten wir noch alle Tiere einzeln per Hand über die Straße bringen."

 

 

Das ist heute dank der Schutzbleche nicht mehr nötig. Die Zahl der kleinen Kröten ist dessen ungeachtet immer noch immens. "In den letzten zwei Tagen sind auf der Länge der gesamten Schutzanlage über 100.000 Kröten unterwegs." Das ist nicht verwunderlich, schließlich lege ein Weibchen rund 3000 Eier, informiert der Naturschützer. Davon erreichten allerdings nur zwei bis drei Prozent das Erwachsenenalter, zu viele natürliche Feinde lauern auf die Kaulquappen und die kleinen Kröten. Da ist es dann schön, dass es Menschen wie Bernhard Heß gibt, die die Tiere vor unnatürlichen Gefahren schützen. Ansonsten wäre die Zahl der kleinen Kröten, die es ins Erwachsenenalter schaffen, noch kleiner.

 Tausende kleine Kröten gingen im Erftal auf Wanderschaft.

 Damit sie diese schadlos überstehen wurden entlang der L521 Schutzvorrichtungen gebaut.


Naturschutzpreis für Schwalbenhaus

Artikel in den "Fränkischen Nachrichten" vom 18.06.2018                     Text und Bild: Adrian Brosch

 

 

HÖPFINGEN

 

ORIGINELLE IDEE VON KARL SCHNEEWEIS IN HÖPFINGEN - URKUNDE VOM

 

NATURSCHUTZBUND ERHALTEN 

Schwalbenhaus wird gerne von den Vögeln angenommen

  

HÖPFINGEN/HARDHEIM. So mancher, der im Höpfinger Mantelsgraben unterwegs ist, wird sich schon eine Frage gestellt haben, was vor dem Haus von Karl Schneeweis steht: Die Nachbildung einer „fliegenden Untertasse“? Eine im Garten platzierte Satellitenschüssel? Oder gar ein Parabolspiegel?

Die Antwort ist gänzlich anders: Es handelt sich bei dem für ungeübte Augen etwas merkwürdig wirkenden Objekt um ein Schwalbenhaus, das die Nabu-Ortsgruppe Hardheim erst kürzlich als „schwalbenfreundliches Haus“auszeichnete.

 

Tüftler

Eigentlich wollte Karl Schneeweis nur die Schwalben nicht direkt am Haus haben, wie er sagt. Eine Antwort auf sein „Problem“ fand der begnadete Tüftler während eines Ausflugs auf die Schwäbische Alb. „Dort habe

ich von sogenannten Schwalbenhäusern erfahren und mir gedacht, dass ein Solches auch in seinem Fall eine dienliche Funktion übernehmen könnte“, erinnert sich der 76-Jährige.

 

Satelitenschüssel als Grundlage

Kaum war er im Herbst vergangenen Jahres wieder in der Heimat angekommen, suchte er seine kleine Werkstatt auf und machte sich ans Werk. Die eigentliche Initialzündung verursachte wie so oft der berühmt-berüchtigte

„Kommissar Zufall“, nachdem Schneeweis dem Walldürner Elektromeister Armin Weigand beim Abbau einer Satellitenschüssel behilflich war. „Hier kam mir der Gedanke, dass die Schüssel eine tolle Basis für mein Projekt sein könnte“, erklärt er.

 

6,30 Meter hoher Mast

In gut 200 Arbeitsstunden – wann immer er Zeit hatte – errichtete er sein sechseckiges Schwalbenhaus, das aus 24 Parzellen für Nester besteht und einen Durchmesser von 1,80 Metern umfasst. Per Flaschenzug wurde es im April auf den 6,30 Meter hohen Mast gehievt und mit einer Wetterfahne versehen. „Die Kuppel war ein Ausdehnungsgefäß“, schildert Schneeweis und freut sich über den täglichen Anblick der possierlichen Vögel: „Es ist toll zu sehen, dass die Schwalben das Haus annehmen und von überall her angeflogen kommen!“

Im Namen der Hardheimer Nabu-Ortsgruppe bedankten sich die Vorstandsmitglieder Bernhard Heß und Jürgen Lesch bei Karl Schneeweis für das außerordentliche Engagement und würdigten die Arbeit

zum Wohle der Tiere und des Naturschutzes.

Karl Schneeweis zeigte sich so erfreut wie bescheiden: „Das ist doch gern gesehen“, merkte er lachend an und versprach, der von Nabu-Präsident Olaf Tschimpke unterschriebenen Urkunde einen „Ehrenplatz“ zu organisieren.

  

Gesichtete Schwalben können bei den Nabu-Vorstandsmitgliedern Jürgen Lesch (06283/8018) oder Bernhard Heß (06283/5250) gemeldet werden.

  


Leserbrief von Bernhard Heß

zum Artikel "Modellprojekt zur biologischen Vielfalt an Straßen" (Fränkische Nachrichten 11.05.2018 - unter "Presse" nachzulesen)

 

Artensterben wird beschleunigt

 

Würden Sie   direkt an der Straße bauen, würden Sie einen Spielplatz offen, ohne Zaun direkt an  eine Straße anlegen, an der mit Tempo 100 (und mehr) vorbeigebrettert wird ?

 

Warum eigentlich nicht, wenn Straßenränder für die Natur so toll sein sollen, dass man dort Lebensräume  verbessern will.

 

Seit 30 Jahren betreue ich an Straßen Amphibien und sehe so nebenbei, was da so alles unter die Räder kommt oder vom Auto erfasst im Zaun liegt. Von Insekten, die an Millionen Autos kleben gar nicht zu reden.

 

Diese für Biotopverbesserung geplanten Gelder sind in der freien Fläche – Mindestabstand von Straßen möglichst  ein halber Kilometer - gut investiert, an Straßen aber  sollte ganzjährig radikal gemäht und auch entbuscht werden. Denn das sind alles Todesfallen.

 

Jeder investierte Cent ist Geldverschwendung und für den Artenschutz kontraproduktiv.

 

Ob Schmetterling, Vogel oder Laufkäfer:

Alle wollen beim Nahrungserwerb vom Biotop auf der einen Straßenseite zu dem auf der anderen wechseln. Straßen zerschneiden bekanntlich Biotope.  Wird beispielsweise ein Biotop frei, weil ein Tier umkommt, rückt ein anderes nach, bis es keine Nachrücker mehr gibt. An Straßenrändern ist für die Natur wirklich keine Rettung zu erwarten. Das hat gerade noch gefehlt. Ich habe die Straßenmeisterei deshalb immer unterstützt, wenn es wieder einmal Aufregung gab, dass „zu viele Hecken gerodet“ wurden. Ich werde es weiterhin tun.

 

Bernhard Heß

NABU Hardheim

 

veröffentlicht am 14.05.2018 in den Fränkischen Nachrichten


Neuer Vorstand

Bei der Jahreshauptversammlung am 23.03.2018 wurde ein neuer Vorstand für die NABU Gruppe Hardheim gewählt.

Auf dem Bild von links nach rechts:

1. Vorsitzender Bernhard Heß, Schatzmeister Wolf-Rüdiger Heß, Schriftführer Jürgen Lesch, 2. Vorsitzender Marko Kilian

 

Den ausführlichen Bericht finden Sie unter dem Punkt "Presse"

 


Leserbrief Zum Luftballonwettbewerb am "Quetschefescht"

Wie in jedem Jahr führt die GdbR der Höpfinger Vereine auch 2017 ihr "traditionelles Quetschefescht" mit einem Luftballonwettbewerb durch.

 

Wer genießt nicht den Anblick, wenn beim Zwetschgenfest viele blaue Luftballons in den Himmel steigen und man ihnen bis zum Verschwinden nachsehen kann?

 

Doch wo endet diese Reise eigentlich?

Die meisten Luftballons enden irgendwo auf Wiesen, Weiden, im Wald, auf Seen und Flüssen. Werden diese Reste von Pferden, Kühen, Schafen, Vögeln oder Fischen gefressen, sterben diese Tiere oft qualvoll an Darmverschluss.

Und das alles nur zur Belustigung weniger Minuten. Machen sich die Veranstalter darüber denn keine Gedanken?

 

Ein weiterer problematischer Aspekt von Luftballonen ist die Helium-Knappheit. Das Edelgas wird aus Erdgas gewonnen und wie wir wissen, ist auch das Erdgasvorkommen endlich.

Weil Helium somit als nicht erneuerbar gilt, warnen Wissenschaftler, dass ein großzügiger Umgang damit bald zu einem Mangel führen könnte.

Helium wird in der Medizin zur Kühlung von Geräten eingesetzt und ist kaum ersetzbar, wie der "Spiegel" schreibt.

 

Daher sollten sich Veranstalter beim nächsten Fest gut überlegen, ob es wirklich notwendig ist, Abfall fliegen zu lassen. Vielleicht gibt es auch einen Weg Freude zu teilen, ohne dabei Tiere zu gefährden und die Umwelt zu belasten.

 

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 25.08.2017


"Lebensraum Haus"

„Macht Platz für den Spatz oder holt euch ´ne Fledermaus ins Haus“

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NABUHardheim_LebensraumHaus.pdf
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Mitmachen bei der „Stunde der Wintervögel"


Bundesweite Zählaktion vom 6. bis 8. Januar 2017
Zum siebten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel" auf. Neben den „Standvögeln", die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Nehmen auch Sie sich eine Stunde Zeit und beobachten die Vögel in Garten oder Park.

Der Vogel des Jahres 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Mensch und Natur

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

Vogel des Jahres 2014 - Der Grünspecht
Vogel des Jahres 2014 - Der Grünspecht

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

 

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